Was ist ein Regenwald? Definition und Merkmale

Ein Regenwald ist ein immergrüner, extrem artenreicher Wald, der von hohen und über das Jahr verteilten Niederschlägen von meist über 2.000 Millimetern geprägt ist. Tropische Regenwälder wachsen nahe dem Äquator bei ganzjährig warmem Klima. Sie bedecken nur etwa sechs bis sieben Prozent der Landfläche, beherbergen aber mehr als die Hälfte aller bekannten Arten.

Der Begriff Regenwald beschreibt einen Waldtyp, der seine Existenz vor allem einem reichlichen, verlässlichen Wasserangebot verdankt. Anders als in gemäßigten Wäldern gibt es hier keine ausgeprägte Ruhephase durch Kälte oder Trockenheit. Die üppige, mehrschichtige Vegetation, die enorme Biomasse und die immense Vielfalt an Lebensformen machen den Regenwald zum komplexesten Landökosystem der Erde.

Was macht einen Wald zum Regenwald?

Entscheidend sind Niederschlag und Temperatur. Als Regenwald gilt ein Wald, in dem jährlich mindestens rund 2.000 Millimeter Regen fallen, häufig sind es 2.000 bis 4.000 Millimeter, in besonders feuchten Lagen auch weit mehr. Hinzu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit, oft über 80 Prozent. Weil Wasser kaum je zum Mangelfaktor wird, kann sich eine dichte, immergrüne Vegetation mit mehreren Stockwerken des Regenwaldes entwickeln. Die Bäume werfen ihr Laub nicht geschlossen ab, sondern erneuern es kontinuierlich.

Was unterscheidet tropische und gemäßigte Regenwälder?

Man teilt Regenwälder grob nach ihrer Klimazone ein. Tropische Regenwälder liegen im warmen Gürtel beiderseits des Äquators und sind mit Abstand die artenreichsten. Gemäßigte Regenwälder wachsen in kühleren Küstenregionen mit hohem Niederschlag.

MerkmalTropischer RegenwaldGemäßigter Regenwald
Lagenahe dem Äquator (etwa 10° Nord bis 10° Süd)kühle Küsten mittlerer Breiten
Temperaturganzjährig warm, rund 25–27 °Cmild, meist 4–12 °C im Jahresmittel
BeispieleAmazonas, Kongobecken, SüdostasienPazifikküste Nordamerikas, Chile, Neuseeland
Artenvielfaltsehr hoch, viele hundert Baumarten je Hektar möglichgeringer, oft wenige dominante Baumarten

Gemäßigte Regenwälder, etwa an der Pazifikküste Nordamerikas oder im Süden Chiles, sind von wenigen, dafür oft sehr alten und hohen Nadel- oder Laubbäumen geprägt. Ihre Artenzahl bleibt weit hinter den Tropen zurück, ihre Biomasse pro Fläche kann jedoch beachtlich sein.

Was bedeutet immerfeucht und Monsunwald?

Innerhalb der Tropen unterscheidet man nach der Verteilung des Regens. Der immerfeuchte Regenwald erhält das ganze Jahr über reichlich Niederschlag ohne echte Trockenzeit. Er ist immergrün und beherbergt die höchste Vielfalt. Der Monsun- oder Feuchtwald dagegen kennt eine ausgeprägte Trockenzeit von mehreren Monaten. Viele seiner Bäume werfen dann zumindest teilweise das Laub ab, um Wasser zu sparen, weshalb man auch von halbimmergrünen oder wechselgrünen Wäldern spricht. Das Klima des Regenwaldes bestimmt somit maßgeblich Aufbau und Erscheinungsbild.

Welche Kernzahlen sollte man kennen?

Tropische Regenwälder bedecken nur etwa sechs bis sieben Prozent der weltweiten Landfläche. Trotz dieser geringen Ausdehnung leben in ihnen schätzungsweise mehr als die Hälfte aller bekannten Tier- und Pflanzenarten, manche Schätzungen nennen bis zu zwei Drittel. Ein einziger Hektar tropischen Regenwaldes kann mehrere hundert verschiedene Baumarten enthalten, mehr als in ganz Mitteleuropa heimisch sind. Diese Konzentration von Leben macht deutlich, warum der Schutz dieser Wälder für die globale Wissensgrundlage über Ökologie und den Erhalt der Artenvielfalt so bedeutsam ist.

Warum ist der Regenwald so vielfältig?

Die enorme Artenvielfalt hat mehrere Ursachen, die zusammenwirken. Das gleichbleibend warme und feuchte Klima erlaubt ganzjähriges Wachstum ohne Ruhephase. Der Stockwerkbau schafft zahllose ökologische Nischen von den sonnigen Wipfeln bis zum dunklen Boden. Und weil viele Regenwälder erdgeschichtlich sehr alt und stabil sind, hatte das Leben über lange Zeiträume Gelegenheit, sich in immer neue Formen aufzuspalten. Das Ergebnis ist ein feines Netz von Spezialisten: Pflanzen, die nur von einer einzigen Insektenart bestäubt werden, oder Tiere, die ausschließlich in einer bestimmten Baumkrone leben. Diese Spezialisierung macht den Regenwald reich, aber auch empfindlich gegenüber Störungen.

Ab wie viel Regen spricht man von einem Regenwald?

Als Faustregel gelten jährlich mindestens etwa 2.000 Millimeter Niederschlag, verteilt über weite Teile des Jahres. Viele tropische Regenwälder erhalten 2.000 bis 4.000 Millimeter, in besonders feuchten Lagen noch deutlich mehr.

Sind Regenwälder immer grün?

Immerfeuchte Regenwälder sind ganzjährig grün, da sie keine echte Trockenzeit haben. Monsunwälder mit ausgeprägter Trockenperiode werfen dagegen zeitweise das Laub ab und sind nur halbimmergrün.

Wie viele Arten leben im Regenwald?

Genaue Zahlen sind unbekannt, doch Fachleute schätzen, dass in tropischen Regenwäldern mehr als die Hälfte aller bekannten Tier- und Pflanzenarten der Erde vorkommen, obwohl sie nur einen kleinen Teil der Landfläche bedecken.

Gibt es Regenwald auch außerhalb der Tropen?

Ja. Gemäßigte Regenwälder wachsen in kühlen, sehr niederschlagsreichen Küstenregionen, etwa im pazifischen Nordwesten Nordamerikas, im Süden Chiles oder in Neuseeland. Sie sind weniger artenreich als tropische Regenwälder.

Wer die Grundlagen verstanden hat, kann sich vertieft mit dem Vorkommen der Regenwälder und ihrer Bedeutung fürs Klima beschäftigen.