Kulturbaumpark mit Faidherbia albida und Borassus akeassii nahe
Banfora, Burkina Faso (Bild Quelle: Wikipedia)
Der vorrangige Grund für die Zerstörung des Regenwaldes ist der hohe Bevölkerungszuwachs.
Die Konsumländer, die sich über die Zerstörung des heutigen
Regenwaldbestandes am meisten aufregen, haben ihre Wälder vor langer Zeit abgeholzt
und klagen heute über zu niedrige Geburtenraten.
Alle Regenwaldländer sind durch extrem hohe Geburtenraten gekennzeichnet. Für mehr Menschen wird
mehr Nahrung und Wohnraum benötigt. Deswegen wird der Wald besiedelt.
Große
Regenwaldgebiete werden für Ackerbau und Viehzucht vernichtet. Auf den gerodeten
Gebieten werden meist Rinderfarmen und Plantagen betrieben. Vorrangig werden
Ölpalmen, Ananas, Bananen, Soja und weitere Früchte angebaut. Die Rinderfarmen sind
wirtschaftlich ertragreich, denn obwohl es in Europa und Nordamerika Schlachtvieh,
Obst und Gemüse im Überfluss gibt, werden fast alle auf ehemaligen Regenwaldflächen
erzeugten Produkte dorthin exportiert. Das bringt den Erzeugerländern die so
notwendig gebrauchten Devisen.
Ein weiterer Grund für das Abholzen des
Regenwalds ist in allen Regenwaldländern die weltweit große Nachfrage nach tropischen Hölzern, wie etwa Mahagoni, Teak und Ebenholz. Sie sind von guter Qualität und werden
von den Erzeugerländern billig auf den Markt geworfen.
Der niedrige Preis und die Tatsache, dass die Konsumländer ihre eigenen Wälder
längst abgeholzt haben, führt zu einer hohen Nachfrage nach diesen Hölzern. Mit den
dadurch erzielten Devisen finanzieren die Erzeugerländer ihre Staatsverschuldungen,
Bürgerkriege, Machtkämpfe und manchmal auch Terroristen. Der Großteil der Gelder
verschwindet durch Korruption meist auf privaten Auslandskonten.
Ebenfalls
eine wichtige Einnahmequelle für die Erzeugerländer ist die Zellstoffproduktion aus
Regenwaldhölzern. Zellstoff wird zur Papierherstellung benötigt.
Eine
weitere Ursache der Zerstörung ist der Bau von Pipelines für Öl und/oder Gas mitten
durch den Dschungel, wie beispielsweise in Indonesien. Dabei werden zusätzliche Waldgebiete gerodet; es gibt meist keine Koordination
zwischen der „selektiven Extraktion“ und dem Verlauf der Pipelines.