Amazonas ist der größte brasilianische Staat im mittleren Teil des Amazonas-Tieflandes.
Die
Hauptstadt ist Manáus. Das Gebiet liegt im tropischen Regenwald mit feuchtheißem Klima. In dem Gebiet werden, auch auf ehemaligem Regenwaldgelände, Jute, Wildkautschuk, Paranüsse,
zahlreiche tropische Früchte und seit einigen Jahren Erdöl gewonnen. Frühere
Waldgebiete dienen heute als Weideland für die Viehzucht.
Der in der Welt
besser bekannte Fluss gleichen Namens ist der längste Strom Südamerikas und der
wasserreichste der Erde. Sein gewaltiges Stromgebiet (über 7 Millionen qkm) entsteht
durch Vereinigung der aus den peruanischen Anden kommenden Quellflüsse Marañón und
Ucayali. Er durchfließt das riesige, teils versumpfte Urwaldgebiet Amazonien und
mündet in 3 Hauptarmen in den Atlantischen Ozean. Die Lauflänge des Amazonas beträgt
6.518 km, das Mündungsgebiet ist 250 km breit. Auf brasilianischem Gebiet liegen
3.106 km des Amazonas. Allein hier nimmt er 220 Nebenflüsse auf, von denen etwa 100
schiffbar sind.
Neben der starken Abholzung bzw. Rodung des Regenwalds am Amazonas wird der Fluss selbst seit langem verschmutzt. Schon
die Goldgräber haben in jahrelangen Tätigkeiten tonnenweise Quecksilber in den
Amazonas geleitet. Quecksilber hat durch seine hohe Dichte die Eigenschaft, Gold zu
amalgamieren. Die Quecksilbersalze sind sehr giftig für Mensch und Tier.
Schätzungsweise gibt es im Amazonas etwa 5.000 verschiedene
Fischarten. Zu den besonders bedrohten Arten gehört der rosafarbene
Amazonasdelfin.
Die vielen grünen Inseln, die im Amazonas schwimmen, sind
keine wirklichen Inseln. Sie entstehen aus weggeschwemmten Bäumen, die sich
verhaken, und losgerissenen Wasserpflanzen. Sie können hundert Meter lang werden und
bilden ein eigenes Biotop.
In der Amazonasregion leben noch Ureinwohner, deren Zahl auf knapp eine Million
geschätzt wird. Ihre Gebiete werden in Brasilien von einer Indianerbehörde
demarkiert. In Brasilien wurden bislang über eine Million Quadratkilometer als Indianergebiete
ausgewiesen. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen
Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern. Die
Bewohner leben meist in einfachen Hütten auf Stelzen und ernähren sich vom
Fischfang, der Herstellung von Kautschuk, etwas Viehzucht sowie dem Verkauf von
Paranüssen und Früchten auf nahe gelegenen Märkten.
Von den Europäern
wurde der Amazonas um das Jahr 1500 entdeckt. Der erste Entdecker war vermutlich der
italienische Seefahrer Amerigo Vespucci (1451 bis 1512). Nach ihm wurde Amerika
benannt. Er nahm 1497 bis 1504 an Entdeckungsfahrten in Südamerika teil und gab die
erste Beschreibung der entdeckten Länder.
Der spanische Eroberer Francisco Pizarro (1475 bis 1541) zerstörte
das Inkareich in Peru, dessen letzten Herrscher er hinrichten ließ. 1535 gründete er
Lima. Zusammen mit anderen Entdeckern befuhr er unter anderem auch den
Amazonas-Nebenfluss Napo in Ekuador auf der Suche nach dem legendären Goldland
„Eldorado“.
Erst 1971 wurde die Quelle des Ucayali von dem Amerikaner
Loven McIntrye entdeckt. 2001 wurde die Quelle des Apurímac als Ursprung des
Amazonas von der National Geographic Society bestätigt, so dass die bis dahin
geltenden Längenangaben für den Amazonas korrigiert werden mussten.
Eher
wissenschaftlich als tätlich eingreifend beschäftigten sich zahlreiche Forscher mit
dem Amazonasgebiet. Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1969 bis
1859) war einer der bedeutendsten. Er begründete die heutige wissenschaftliche
Erdkunde. Er unternahm Forschungsreisen unter anderem in Südamerika. Von Humboldt
stammt die Klimalehre, die Lehre vom Erdmagnetismus, die Meereskunde und Pflanzenerdkunde.