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Amazonas

Der brasilianische Staat Amazonas

Flussdelta des Amazonas
(Bild Quelle: Wikipedia)

Bild der Hauptstadt Manáus

Amazonas ist der größte brasilianische Staat im mittleren Teil des Amazonas-Tieflandes.

Die Hauptstadt ist Manáus. Das Gebiet liegt im tropischen Regenwald mit feuchtheißem Klima . In dem Gebiet werden, auch auf ehemaligem Regenwaldgelände, Jute, Wildkautschuk, Paranüsse, zahlreiche tropische Früchte und seit einigen Jahren Erdöl gewonnen. Frühere Waldgebiete dienen heute als Weideland für die Viehzucht.

Der in der Welt besser bekannte Fluss gleichen Namens ist der längste Strom Südamerikas und der wasserreichste der Erde. Sein gewaltiges Stromgebiet (über 7 Millionen qkm) entsteht durch Vereinigung der aus den peruanischen Anden kommenden Quellflüsse Marañón und Ucayali. Er durchfließt das riesige, teils versumpfte Urwaldgebiet Amazonien und mündet in 3 Hauptarmen in den Atlantischen Ozean. Die Lauflänge des Amazonas beträgt 6.518 km, das Mündungsgebiet ist 250 km breit. Auf brasilianischem Gebiet liegen 3.106 km des Amazonas. Allein hier nimmt er 220 Nebenflüsse auf, von denen etwa 100 schiffbar sind.

Neben der starken Abholzung bzw. Rodung des Regenwalds am Amazonas wird der Fluss selbst seit langem verschmutzt. Schon die Goldgräber haben in jahrelangen Tätigkeiten tonnenweise Quecksilber in den Amazonas geleitet. Quecksilber hat durch seine hohe Dichte die Eigenschaft, Gold zu amalgamieren. Die Quecksilbersalze sind sehr giftig für Mensch und Tier .

Schätzungsweise gibt es im Amazonas etwa 5.000 verschiedene Fischarten. Zu den besonders bedrohten Arten gehört der rosafarbene Amazonasdelfin.

Die vielen grünen Inseln, die im Amazonas schwimmen, sind keine wirklichen Inseln. Sie entstehen aus weggeschwemmten Bäumen, die sich verhaken, und losgerissenen Wasserpflanzen. Sie können hundert Meter lang werden und bilden ein eigenes Biotop.

In der Amazonasregion leben noch Ureinwohner, deren Zahl auf knapp eine Million geschätzt wird. Ihre Gebiete werden in Brasilien von einer Indianerbehörde demarkiert. In Brasilien wurden bislang über eine Million Quadratkilometer als Indianergebiete ausgewiesen. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern. Die Bewohner leben meist in einfachen Hütten auf Stelzen und ernähren sich vom Fischfang, der Herstellung von Kautschuk, etwas Viehzucht sowie dem Verkauf von Paranüssen und Früchten auf nahe gelegenen Märkten.

Von den Europäern wurde der Amazonas um das Jahr 1500 entdeckt. Der erste Entdecker war vermutlich der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci (1451 bis 1512). Nach ihm wurde Amerika benannt. Er nahm 1497 bis 1504 an Entdeckungsfahrten in Südamerika teil und gab die erste Beschreibung der entdeckten Länder .

Der spanische Eroberer Francisco Pizarro (1475 bis 1541) zerstörte das Inkareich in Peru, dessen letzten Herrscher er hinrichten ließ. 1535 gründete er Lima. Zusammen mit anderen Entdeckern befuhr er unter anderem auch den Amazonas-Nebenfluss Napo in Ekuador auf der Suche nach dem legendären Goldland „Eldorado“.

Erst 1971 wurde die Quelle des Ucayali von dem Amerikaner Loven McIntrye entdeckt. 2001 wurde die Quelle des Apurímac als Ursprung des Amazonas von der National Geographic Society bestätigt, so dass die bis dahin geltenden Längenangaben für den Amazonas korrigiert werden mussten.

Eher wissenschaftlich als tätlich eingreifend beschäftigten sich zahlreiche Forscher mit dem Amazonasgebiet. Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1969 bis 1859) war einer der bedeutendsten. Er begründete die heutige wissenschaftliche Erdkunde. Er unternahm Forschungsreisen unter anderem in Südamerika. Von Humboldt stammt die Klimalehre , die Lehre vom Erdmagnetismus, die Meereskunde und Pflanzenerdkunde.


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