Typisch für den Regenwald ist sein nährstoffarmer Boden mit einer dünnen Humusschicht.
Auch das unfruchtbare Kaolin, ein weicher Ton, der durch
Zersetzung von Feldspaten entsteht, trägt zur Nährstoffarmut bei. Im Regenwald
herrscht vorwiegend eine chemische Verwitterung. Nach ein paar Jahren ist der Boden
soweit ausgelaugt, dass er nicht mehr nutzbar ist.
Der tropische Regenwald hat aufgrund der ganzjährigen Vegetation ohne Jahreszeiten einen gesunden Kreislauf, ohne auf den Boden angewiesen zu
sein. Die wenigen, im Boden vorhandenen Nährstoffe werden in die lebende Biomasse überführt. Der Boden dient den Bäumen nur zur physischen
Stabilität.
Fallende Blätter und Zweige sowie Tierkadaver werden durch das
Klima schnell wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt. Die Wurzeln der oft riesigen
Urwaldbäume und anderer Pflanzen sind in Bodennähe angesiedelt, um die dort
anfallenden Nährstoffe wieder aufzunehmen.
Nach der Rodung von Regenwald geht der überwiegende Teil der Nährstoffe verloren. Boden auf ehemaligen
Regenwaldgelände ist nur in den ersten paar Jahren nutzbar, dann ist er ausgelaugt
und nicht mehr nutzbar. In vielen ehemaligen Regenwaldgebieten wird daher versucht, neue Wälder anzulegen.