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Kongo

Kongo


Lage von Kongo in Afrika

Den Kongo gibt es derzeit in zwei benachbarten Varianten: die Republik Kongo südlich von Kamerun und die Demokratische Republik Kongo nördlich von Angola, mit der wir uns hier befassen.

Im Hinblick auf den Regenwald besteht nicht viel Unterschied. Die beiden derzeit bestehenden Staaten unterscheiden sich in der Größe des Gebiets, im Grad der Misere ihrer Bevölkerung und im Flüchtlingsaufkommen.

Die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo ist Kinshasa. Über die Städte Matadi, Boma und Banana, die an der Grenze zu Angola liegen, hat das Land Zugang zum Atlantischen Ozean mit einem 37 km langen Küstenstreifen. Der Fluss Kongo bildet den Großteil der Grenze zwischen den beiden kongolesischen Republiken. Der höchste Punkt ist der Mount Stanley (Pic Marguerite) mit 5.110 m im Nordosten des Landes. Das Land erstreckt sich über beide Seiten des Äquators. Im zentralen Küstenbecken und im östlichen Hochland liegt (noch) ein dichter tropischer Regenwald . Ein Restbestand von Gorillas soll sich wissenschaftlichen Berichten zufolge in das Hochland im Osten zurückgezogen haben, könnte aber durch streunende Rebellen und Flüchtlinge diesen Wohnraum auch bald verlieren.

Die Bevölkerung von derzeit etwa 62 Millionen weist eine extrem hohe Geburtenrate auf, die teilweise durch hohe Kindersterblichkeit und AIDS reguliert wird. Etwa 1,1 Millionen Menschen sind HIV-infiziert. Die Bevölkerung setzt sich aus über 200 ethnischen Gruppen zusammen. Die Mehrheit sind Bantu. Etwa 70% sind Christen und 10% sind Moslems, der Rest gehört verschiedenen Naturreligionen an. Die Amtssprache ist Französisch; daneben wird Lingala, Kingwana, Kikongo und Tshiluba gesprochen.

Die als belgische Kolonie 1908 gegründete Republik Kongo erlangte ihre Unabhängigkeit 1960. Die ersten Jahre des jungen Staates waren von politischer und sozialer Unstabilität gekennzeichnet, die sich bis heute fortsetzt. Mit einem Staatsstreich erlangte General Mobutu im November 1965 die Macht, erklärte sich zum Präsidenten und änderte den Namen des Landes in „Zaire“ um. Mobutu sollte in der Folge 32 Jahre lang durch manipulierte Wahlen und brutale Gewalt herrschen.

Bürgerkriege und ein massiver Zustrom von Flüchtlingen aus den kämpfenden Staaten Ruanda und Burundi im Jahr 1994 gipfelten im Mai 1997 im Sturz der Mobutu-Regimes durch einen von Laurent Kabila geführten Aufstand. Kabila ergriff die Macht und änderte den Namen des Landes in „Demokratische Republik Kongo“ um. Im August 1998 wurde sein Regime durch einen von Ruanda und Uganda gestützten Aufstand seinerseits herausgefordert. Truppen aus Angola, Tschad, Namibia, Sudan und Zimbabwe griffen ein, um das Regime in Kinshasa zu stützen. Im Juli 1999 wurde ein Waffenstillstand zwischen allen Beteiligten erreicht, sporadische Kämpfe gingen aber weiter.

Im Januar 2001 wurde Laurent Kabila ermordet und sein Sohn zum Staatschef ernannt. Im Oktober 2002 gelang es dem neuen Präsidenten, den Abzug der ruandischen Streitkräfte, die den östlichen Kongo besetzt hielten, zu erlangen. Im Juli 2003 wurde eine Übergangsregierung ausgerufen; Joseph Kabila blieb Präsident, musste sein Amt aber mit vier Vizepräsidenten teilen, die die frühere Regierung, die Rebellengruppen und die politische Opposition repräsentierten. Für Juli 2006 sind freie Wahlen geplant. Falls die selbsternannten Rebellengeneräle dann für Angst und Schrecken sorgen, was Beobachter befürchten, werden die Menschen wieder Hals über Kopf in die Wälder fliehen und dort weiteren Schaden anrichten. Angesichts der notorischen Instabilität und der blutigen Geschichte des Landes ist es äußerst fraglich, ob die geplanten Wahlen stattfinden und noch fraglicher, ob sie aus dem Konto eine stabile Demokratie machen werden. Äußerst fraglich ist auch der Nutzen der andauernden Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe und der geplante Bundeswehreinsatz, dessen Kosten auf über 50 Milliarden Euro geschätzt werden.

Das Klima ist tropisch, heiß und feucht im äquatorialen Flussbecken, kühler und trockener im südlichen Hochland, kühler und feuchter im östlichen Hochland. Nördlich des Äquators ist die Regenzeit von April bis Oktober, südlich des Äquators von November bis März.

Die Wirtschaft des Landes, das über einen enormen Reichtum an Ressourcen verfügt, hat sich seit Mitte der 1980er Jahre dramatisch verschlechtert. Durch den Bürgerkrieg stieg die Staatsverschuldung. Etwa 3,5 Millionen Menschen kamen durch Gewalt, Hunger und Krankheit um. Erst 2005 besserte sich die wirtschaftliche Lage durch Wiederinbetriebnahme vieler Minen (Diamanten, Kupfer, Zink). 2005 erreichte das Land eine Wachstumsrate von 6,5%. Neben pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen, die großteils durch Urbarmachung des Regenwalds gewonnen werden, verfügt der Kongo über große, noch unerschlossene Öl- und Gasvorkommen. Die Staatsverschuldung beträgt derzeit ca. 8 Milliarden Euro. Seit einigen Jahren werden Öl- und Gaspipelines verlegt.

Probleme für die Umwelt entstehen durch Wildern von Großtieren , Wasserverschmutzung, Abholzung des Regenwaldes , Bodenerosion und Abbau von Mineralien. Der größte Teil des Regenwaldes geht durch die Landnahme verloren. Die riesigen Flüchtlingsströme, ausgelöst durch Rebellenkriege und ethnische Säuberungen, aus dem eigenen Land und mehreren Nachbarländern sehen in dem für sie arbeitsaufwendigen aber kostenlosen Abbrennen und Besiedeln von Regenwaldgebieten die einzige Überlebenschance.


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