Harpyie (Harpia harpyja)

Harpyie (Harpia harpyja)

Die Harpyie (Harpia harpyja) ist einer der größten und kräftigsten Greifvögel der Welt. Sie jagt im Kronendach und Überstand der Regenwälder Mittel- und Südamerikas, vor allem Faultiere und Affen. Mit ihren gewaltigen Fängen packt sie schwere Beute. Die IUCN führt sie inzwischen als gefährdet (Vulnerable).

Die Harpyie (Harpia harpyja) ist einer der größten und kräftigsten Greifvögel der Welt. Sie jagt im Kronendach und Überstand der Regenwälder Mittel- und Südamerikas, vor allem Faultiere und Affen. Mit ihren gewaltigen Fängen packt sie schwere Beute. Die IUCN führt sie inzwischen als gefährdet (Vulnerable).

Die Harpyie ist der mächtigste Greifvogel des amerikanischen Regenwaldes und ein Spitzenprädator der Lüfte. Ihr Name geht auf die Harpyien der griechischen Mythologie zurück, halb Frau, halb Raubvogel. Mit ihrer eindrucksvollen Federhaube, dem kräftigen Körper und den enormen Fängen ist sie perfekt an die Jagd zwischen den Baumkronen angepasst.

VerbreitungMittel- und Südamerika, von Südmexiko bis Nordargentinien; Schwerpunkt im Amazonasgebiet
Körperlängeca. 90–105 cm; Flügelspannweite rund 1,8–2,2 m
GewichtWeibchen ca. 6–9 kg, Männchen ca. 4–5 kg
NahrungFleischfresser: vor allem Faultiere und Affen, dazu Nasenbären und andere Baumtiere
LebensraumTiefland-Regenwald; jagt im Kronendach, nistet in Bäumen des Überstands
IUCN-Statusgefährdet (Vulnerable); zuvor als potenziell gefährdet (Near Threatened) geführt

Wo lebt die Harpyie?

Die Harpyie bewohnt die tropischen Tieflandwälder Mittel- und Südamerikas. Das größte zusammenhängende Verbreitungsgebiet liegt im Amazonasbecken. Für die Jagd braucht sie ausgedehnte, ungestörte Wälder mit hohen Bäumen. Ihre Horste baut sie bevorzugt in den mächtigsten Bäumen des Überstands, etwa im Kapokbaum, dessen Krone über das übrige Blätterdach hinausragt. Von dort überblickt sie das Kronendach, in dem sie ihre Beute schlägt.

Wovon ernährt sich die Harpyie?

Die Harpyie ist ein reiner Fleischfresser und auf Baumtiere spezialisiert. Ihre wichtigste Beute sind Faultiere und Affen, daneben erbeutet sie Nasenbären, Wickelbären und andere Säugetiere des Kronendachs. Ihre Fänge tragen Krallen, die bis zu mehreren Zentimetern lang werden können und stärker sind als die eines Grizzlybären. Damit greift sie ihre Beute blitzschnell von einem Ansitz aus und trägt selbst schwere Tiere davon.

Warum ist die Harpyie so kräftig gebaut?

Die Harpyie jagt in einem dreidimensionalen Lebensraum voller Hindernisse. Statt langer, schmaler Flügel für offenes Gelände besitzt sie relativ kurze, breite Schwingen und einen langen Schwanz. Das macht sie zwischen den Bäumen extrem wendig und erlaubt enge Manöver im Geäst. Ihre kräftigen Beine und Fänge ermöglichen es ihr, Beutetiere zu tragen, die fast so schwer sind wie sie selbst. Wo genau sie jagt und nistet, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.

Ist die Harpyie gefährdet?

Ja. Die IUCN stuft die Harpyie inzwischen als gefährdet (Vulnerable) ein; zuvor galt sie als potenziell gefährdet (Near Threatened). Ihre Bestände gehen zurück, vor allem durch die großflächige Abholzung der Regenwälder, die ihr die Nistbäume und Beutetiere nimmt. Weil Harpyien nur langsam brüten und in der Regel nur alle zwei bis drei Jahre ein Junges großziehen, erholen sich ihre Bestände nur sehr langsam.

Wie groß ist die Harpyie wirklich?

Sie zählt mit einer Flügelspannweite von rund zwei Metern und einem Gewicht von bis zu neun Kilogramm bei den Weibchen zu den größten und schwersten Greifvögeln der Welt.

Wie oft brütet die Harpyie?

Sehr selten. Ein Paar zieht meist nur alle zwei bis drei Jahre ein einziges Junges auf, das lange von den Eltern versorgt wird.

Kann die Harpyie ein Faultier tragen?

Ja. Dank ihrer außergewöhnlich kräftigen Fänge kann sie Beutetiere heben, die fast ihr eigenes Körpergewicht erreichen, darunter Faultiere und Affen.

Ist die Harpyie für Menschen gefährlich?

Nein. Angriffe auf Menschen sind nicht bekannt. Ihre Beute sind ausschließlich Baumtiere; dem Menschen weicht sie aus.

Weitere Jäger und Beutetiere der Baumkronen stellt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes vor. Am Waldboden herrscht mit dem Jaguar ein zweiter großer Spitzenprädator derselben Wälder.