Faultiere sind baumbewohnende Säugetiere Mittel- und Südamerikas, die fast ihr ganzes Leben im Kronendach des Regenwaldes verbringen. Sie ernähren sich vor allem von Blättern, bewegen sich extrem langsam und tragen oft Algen im Fell. Die meisten Arten gelten als nicht gefährdet (Least Concern), einzelne jedoch als stark bedroht.
Faultiere gehören zu den ungewöhnlichsten Bewohnern des tropischen Regenwaldes. Man unterscheidet zwei Gruppen: die Zweifingerfaultiere (Gattung Choloepus) und die Dreifingerfaultiere (Gattung Bradypus). Beide verbringen den Großteil ihres Lebens kopfüber hängend in den Bäumen und sind an das Leben in der Höhe perfekt angepasst.
| Verbreitung | Mittel- und Südamerika, von Mittelamerika bis ins Amazonasbecken |
|---|---|
| Körperlänge | ca. 45–75 cm je nach Art |
| Gewicht | ca. 3,5–8 kg (Zweifingerfaultiere meist schwerer) |
| Nahrung | überwiegend Blätter, Knospen und Triebe; Zweifingerfaultiere auch Früchte |
| Lebensraum | tropischer Regenwald, fast ausschließlich im Kronendach |
| IUCN-Status | die meisten Arten nicht gefährdet (Least Concern); Ausnahmen bedroht |
Wo leben Faultiere?
Faultiere kommen ausschließlich in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas vor, ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Amazonasgebiet. Sie sind reine Baumbewohner und halten sich fast immer im dichten Blätterdach auf. Auf den Boden kommen die meisten nur etwa einmal pro Woche herunter, um ihren Kot abzusetzen. Wie sich ihr Lebensraum in den einzelnen Höhenschichten des Waldes einordnet, zeigt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.
Wovon ernähren sich Faultiere?
Faultiere sind überwiegend Blätterfresser. Vor allem Dreifingerfaultiere ernähren sich fast ausschließlich von Blättern, während Zweifingerfaultiere zusätzlich Früchte, Knospen und Triebe fressen. Blätter sind energiearm und schwer verdaulich, weshalb Faultiere einen extrem langsamen Stoffwechsel haben. Die Verdauung eines einzigen Blattes kann mehrere Wochen dauern. Dieser sparsame Energiehaushalt ist der Grund für ihre berühmte Langsamkeit.
Warum sind Faultiere so langsam?
Die Langsamkeit der Faultiere ist eine Überlebensstrategie. Ihre blätterreiche Kost liefert nur wenig Energie, daher sparen sie diese durch träge Bewegungen und einen niedrigen Körpertemperatur-Haushalt. Ein weiterer Vorteil: Wer sich kaum bewegt, wird von Fressfeinden wie der Harpyie oder Raubkatzen schlechter entdeckt. In ihrem Fell wachsen häufig Grünalgen, die den Tieren eine tarnende, grünliche Färbung verleihen und Teil eines kleinen Ökosystems aus Algen und Insekten sind.
Sind Faultiere gefährdet?
Die meisten Faultierarten gelten laut IUCN als nicht gefährdet (Least Concern). Es gibt jedoch bedrohte Ausnahmen: Das Zwergfaultier (Bradypus pygmaeus), das nur auf einer kleinen Insel vor Panama lebt, ist vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). Das Kragenfaultier (Bradypus torquatus) im brasilianischen Atlantischen Regenwald wird als gefährdet (Vulnerable) geführt. Die größte Gefahr geht von der Abholzung und Zerstückelung ihres Lebensraums aus.
Was ist der Unterschied zwischen Zwei- und Dreifingerfaultieren?
Der Name bezieht sich auf die Zahl der Krallen an den Vordergliedmaßen. Dreifingerfaultiere sind meist kleiner, fressen fast nur Blätter und können ihren Kopf sehr weit drehen. Zweifingerfaultiere sind größer, eher nachtaktiv und fressen auch Früchte.
Können Faultiere schwimmen?
Ja, erstaunlich gut. Faultiere sind überraschend geschickte Schwimmer und überqueren gelegentlich Flüsse, indem sie sich mit ihren langen Armen durchs Wasser ziehen.
Warum haben Faultiere Algen im Fell?
Ihr Fell ist grob strukturiert und feucht, sodass sich Grünalgen ansiedeln. Diese tarnen das Tier im grünen Blätterdach und bieten kleinen Insekten Nahrung – eine ungewöhnliche Lebensgemeinschaft.
Wie alt werden Faultiere?
In freier Wildbahn ist das schwer zu bestimmen; in menschlicher Obhut können Faultiere mehrere Jahrzehnte alt werden.
Weitere Porträts baumbewohnender Arten findest du in der Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum der Erhalt intakter Wälder für Faultiere überlebenswichtig ist, erläutert der Bereich Bedrohung.
